Faire Bälle beim Raiffeisen-turnier in Wiesen

 

Beim alljährlichen Raiba-Cup, der heuer vom 9. bis 22. Juli 2018 in Wiesen stattfand, kamen durch Zusammenarbeit von Vertretern des Weltladens in Schöllkrippen und dem Vorstand des Vereins Bavaria Wiesen (s. Foto) zum ersten Mal fair gehandelte Fußbälle zum Einsatz, und zwar bei allen Endspielen. Als Ball-Sponsoren unterstützten dies die Firmen HSL Laibacher Solar und die Zimmerei Toni Franz aus Wiesen. Die Aktion fand im Rahmen der Kampagne „Unterfranken spielt Fair“ statt, die von Fairtrade-Gemeinden und  -Landkreisen sowie den Weltläden in Unterfranken ins Leben gerufen wurde.

 

Fair soll es zugehen beim Fußball – da sind sich alle einig. Leider geht es oft nicht fair zu bei der Produktion der Bälle, die überwiegend in Pakistan, in der Stadt Sialkot,  hergestellt werden. Die Menschen arbeiten unter schlechten Bedingungen bei geringer Bezahlung.  Es reicht oft nicht für den Unterhalt der Familie, Kinder müssen schon früh mitverdienen und können nicht zur Schule gehen.

 

Nicht so bei Bällen aus Fairem Handel, wie Bärbel Oberlies vom Weltladen berichtet : Ob Trainingsball, Juniorball oder Matchball der Spitzenklasse - alle Bälle werden unter vorbildlichen Arbeitsbe-dingungen gefertigt. Zu den Produzenten bestehen langfristige Handelsbeziehungen basierend auf Dialog, Transparent und Respekt. Die Näherinnen und Näher erhalten einen deutlich höheren Lohn als in der herkömmlichen Ballindustrie. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht es ihnen, in gemeinsame Projekte zu investieren. Außerdem profitieren sie von einem umfangreichen Sozial-programm, z.B. kostenloser Arztbesuch, Medikamente, Computer-kurse, Schulmaterial für die Kinder.

 

Die Standards und Kontrollsysteme von Fairtrade International garantieren stabile und faire Löhne, eine Prämie für Gemeinschafts-projekte und das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und Diskriminierung.  Fair Play auf dem Fußballplatz und Fair Handeln bei der Bezahlung der Bälle – in Wiesen ging dies Hand in Hand. Da freuen sich Fußballfreunde im Kahlgrund und Menschen in Pakistan, deren Lebensbedingungen durch den Fairen Handel deutlich verbessert werden.